Die Lufthansa fiebert der Auslieferung ihres ersten von insgesamt 15 bestellten Airbus-Riesenjets A-380 entgegen. Der erste wird in diesen Tagen in Toulouse zusammengebaut und soll Ende März fertig sein. Im Sommer folgen die Motoren – und dann die ersten Testflüge.
Groß prangen die Letter MA auf dem Seitenleitwerk, das Ende Februar eine Beluga-Frachtmaschine nach Toulouse gebracht hat. D-AIMA, so lautet das Kennzeichen des ersten Riesen-Airbus, den die Lufthansa Anfang 2010 in Empfang nehmen will. Seitenleitwerk, Cockpitsektion und Rumpfschale befinden sich derzeit in Toulouse in der Endmontage. Im Sommer sollen aus Großbritannien die vier Rolls-Royce-Triebwerke eintreffen. Bald darauf dürften die ersten Testflüge folgen, bevor dann im Airbus-Werk Hamburg der sechsmonatige Kabinen-Einbau beginnt.
Spätestens zum Start des Sommerflugplans Ende März 2010 will Lufthansa ihren ersten A-380 in Frankfurt stationieren. Wann genau er dort eintreffen wird und wohin er dann im Liniendienst fliegt, darüber hüllt sich der Konzern noch in Schweigen. Es gebe eine Super-Shortlist, berichtet ein Unternehmenskenner: New York-JFK, Tokio und auch Johannesburg seien bei Lufthansa in der engeren Wahl.
“Der A-380 ist unser Wachstumsmotor und kommt da zum Einsatz, wo die Boeing B-747 bereits zu klein ist”, verrät Joachim Schneider, A-380-Boss der Lufthansa im fvw-Gespräch (fvw 5/09, S. 160). Insgesamt habe Deutschlands größte Fluggesellschaft “19 Ziele im Visier, darunter New York-JFK und Tokio”, bestätigt Schneider. Das Erstziel werde im Laufe des Jahres bekannt gegeben und sei dann gut ein halbes Jahr vorm Start buchbar, schiebt er nach.
Wer den Jet vorher sehen will, kann dies in Leipzig/Halle. Dort werde der A-380 vorm Erstflug zunächst ein dreitägiges Flugtraining mit Starts und Landungen absolvieren, heißt es von Seiten der Lufthansa.
Im Schnitt alle vier Monate wird Lufthansa ab 2010 einen A-380 erhalten. Sie alle werden in Frankfurt stationiert, wo die Airline bereits bestens auf den Jet vorbereitet ist: Allein am neuen, im März 2008 eröffneten CD-Riegel im Terminal 1 gibt es drei A-380-fähige Flugsteige.
Ursprünglich wäre Deutschlands größte Airline bereits seit Ende 2007 mit der D-AIMA unterwegs. Doch weil Airbus Probleme hat, die Serienproduktion des A-380 wie geplant hochzufahren, wird das neue LH-Flagschiff erst jetzt gebaut – unter höchster Beobachtung der LH-Techniker: “Wir führen nicht nur in Toulouse eine Bauaufsicht durch, sondern schauen auch den Zulieferern über die Schulter”, versichert Schneider. Grund: Lufthansa will den sichersten Jet seiner Art in die Luft bringen.
